A vibrant basket filled with apples, walnuts, and grapes, symbolizing a bountiful autumn harvest.
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Jahreskreisfest Mabon: Balance, Dankbarkeit & der Moment vor dem Loslassen

Rituale, Kräuter & Bedeutung dieser Zeit – so feierst du die Herbst-Tagundnachtgleiche bewusst. Blicke auf deine Ernte und bereite dich auf die dunkler werdende Zeit vor.

Wenn das Licht kurz innehält

Der Sommer ist längst gegangen, aber irgendwie will man das noch nicht ganz wahrhaben. Und dann kommt dieser eine Tag, an dem die Natur es unmissverständlich klarmacht: Tag und Nacht stehen sich exakt gegenüber. Gleich lang, gleich stark, im perfekten Gleichgewicht. Dieser Moment heißt im Jahreskreis Mabon und markiert 2026 am 23. September den astronomischen Herbstbeginn.

Für mich ist Mabon das ruhigste der drei Erntefeste und doch auch ein bewusstes Stehenbleiben mitten im Drehen des Rades. Die Ernte ist eingebracht, die Tage werden merklich kürzer und für einen einzigen Atemzug herrscht vollkommene Balance, bevor es Richtung Dunkelheit weitergeht.

Lass uns eintauchen: Woher kommt Mabon, was unterscheidet es von einem Fest wie Lughnasadh und wie kannst du diese Energie heute in deinen Alltag holen?

Ursprung & Mythologie

Mabon ist das zweite der drei Erntefeste (Lughnasadh, Mabon, Samhain). Wie Ostara, Litha und Yule zählt es zu den vier Sonnenfesten im Jahreskreis und fällt exakt auf einen astronomischen Fixpunkt: die Tagundnachtgleiche, den kalendarischen Herbstbeginn.

Ehrlicherweise ist der Name Mabon selbst gar nicht so uralt-heidnisch, wie man vermuten könnte. Der achtteilige Jahreskreis in seiner heutigen Form ist eine relativ junge Zusammenstellung aus dem 20. Jahrhundert und auch die Bezeichnung „Mabon“ für die Herbst-Tagundnachtgleiche wurde erst später vergeben – vorher war schlicht von der Herbsttagundnachtgleiche oder vom Erntedank die Rede.

Der Name geht auf Mabon ap Modron zurück, den „Großen Sohn“ der walisischen Muttergöttin Modron, aus der walisischen Mythologie. Der Mythos erzählt, dass er als dreitägiger Säugling entführt wurde und lange in der Dunkelheit der Unterwelt – im Bauch der Mutter Erde – gefangen war, bis ihn die ältesten Tiere der Welt fanden und befreiten. Erst zur Wintersonnenwende, mit der Rückkehr des Lichts, wurde er als Sohn des Lichts wiedergeboren – ein Bild für das bewusste Abtauchen in die Dunkelheit, um gestärkt wieder ins Licht zurückzukehren.

Auch wenn der Name jung ist, ist das Feiern der Ernte zu dieser Jahreszeit uralt: In vielen alten Traditionen wurde die Herbst-Tagundnachtgleiche als Erntedank begangen, mit Festmahlen aus Obst, Wein und Getreide, um der Erde für ihre Fülle zu danken, bevor sie sich zur Ruhe legt.

Erntedank feiern mabon tagundnachtgleiche

Die Bedeutung von Mabon – Was feierst du wirklich?

Deine persönliche Ernte
Was ist dieses Jahr in dir und um dich herum gewachsen? Das darf jetzt gesehen und gewürdigt werden.

Balance
Licht und Dunkelheit halten sich für einen Moment exakt die Waage. Eine Einladung, auch in deinem eigenen Leben nach diesem Gleichgewicht zu schauen.

Dankbarkeit
Für das, was schon da ist, nicht für das, was noch fehlt.

Den bewussten Übergang
Die Fülle des Sommers darf gefeiert werden, während sich gleichzeitig schon die ruhigere, dunklere Jahreszeit ankündigt.

Loslassen als Vorbereitung
Bevor der Rückzug nach innen beginnt, darf entschieden werden, was mitkommt und was zurückbleibt.

Deine Reise durch die Jahreskreisfeste!

Mabon ist nur eine Station im großen Kreis – jedes Jahreskreisfest bringt seine eigene Magie und eigene Rituale mit. In meinem Onlinekurs „Rituale im Jahreskreis“ begleite ich dich durch alle acht Feste: mit Yoga, Meditationen, Ritualen, Kräutern, Rezepten, Journaling und praktischen Impulsen, um die Energie der Natur bewusst zu nutzen. Hol‘ dir alle Infos und tauche tiefer in die Zyklen des Jahreskreises ein.

Die Zeitqualität von Mabon – ein Sonnenfest

Mabon gehört wie oben erwähnt zu den Sonnenfesten im Jahreskreis – Momente im Jahr, die exakt astronomisch berechenbar sind. Anders als die Mondfeste (Imbolc, Beltane, Lughnasadh, Samhain), die zwischen den Sonnenfesten liegen und eine eher intuitive, nach innen gerichtete Energie tragen, markieren Sonnenfeste sichtbare, äußere Wendepunkte im Lauf der Sonne.

Mabon ist dabei der stillste unter den Sonnenfesten: kein extremer Punkt wie eine Sonnenwende, sondern der exakte Ausgleich. Es ist der Tadasana-Moment im Jahreskreis – ruhig, aufrecht, in sich getragen, bevor die nächste Bewegung beginnt.

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Wildkräuter & Pflanzenkraft – Die zweite Ernte der grünen Apotheke

Die Natur zeigt jetzt ihre reife, warme Seite. Pflanzen, die zu Mabon besondere Kraft haben:

  • Hagebutte – stärkend, schützend & voller Vitamin C für die kommende kältere Zeit
  • Schafgarbe – Klarheit, Grenzen setzen & sanftes Loslassen
  • Brennnessel – Erdung, Reinigung & Mineralstoffkraft
  • Ringelblume – Sonnenkraft, Wärme & Schutz, unterstützt beim Abschließen
  • Malve – sanft, ausgleichend, steht für Sanftmut und emotionale Balance
  • Goldrute – reinigend, klärend & unterstützt beim Loslassen von Altem
  • Wacholderbeeren – schützend, reinigend und stärken die Abwehrkräfte für den Winter
  • Apfel, Kastanien, Kürbis – die klassischen Symbole der zweiten Ernte, Fülle und Dank

Ätherische Öle für dein Ritual:

  • Orange – Dankbarkeit & Lebensfreude
  • Zedernholz – Schutz & Verbindung zur Erde
  • Zimt oder Nelke – Wärme & Erdung für den Übergang

Nutze sie einzeln oder mische ein paar Tropfen in ein Pflanzenöl für eine Fuß- oder Handmassage vor deinem Ritual.

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Warum Mabon heute so wichtig ist

Wir hetzen oft vom nächsten Ziel zum übernächsten, ohne je wirklich anzukommen. Mabon ruft dich zurück ins Gleichgewicht: Schau hin, was du erreicht hast. Halte kurz inne, bevor du weiterziehst. Für mich verbindet Mabon die Essenz von Yoga und Naturspiritualität: im Moment ankommen, Dankbarkeit üben, und den Mut haben, bewusst loszulassen, was nicht mehr gebraucht wird. Mabon bewusst zu feiern hilft dir:

  • deine Erfolge wirklich wahrzunehmen, statt gleich zum Nächsten zu hetzen
  • Balance als aktive Praxis zu verstehen, nicht als Zufall
  • zu erkennen, was reif ist und was du getrost loslassen darfst
  • dich auf den bevorstehenden Rückzug nach innen vorzubereiten
  • den Übergang in die dunklere Jahreszeit bewusst und kraftvoll zu gestalten
Erntedank Äpfel mabon

Yoga & Mabon – warum das harmoniert

Ein Fest wie Mabon, das den Übergang in den Herbst und die Erntezeit feiert, ist eng mit dem Kreislauf der Natur verbunden. Und Yoga ist genau das Gleiche, nur auf der Matte. Es ist eine Praxis, die uns immer wieder zurück in die Verbindung bringt: zu uns selbst, zu unserer Umwelt und zu diesem größeren Rhythmus, in dem wir alle eingebettet sind.

Yoga lehrt uns Balance – nicht nur auf der Matte, sondern im Leben. Mabon ist quasi das Jahreszeiten-Äquivalent zu Tadasana, dem Berg: ruhig, kraftvoll und geerdet. Im Yoga spiegeln die Jahreszeiten die Zyklen unseres Lebens:

🌱 Frühling für Neubeginn & Geburt
☀️ Sommer für Fülle & Wachstum
🍂 Herbst für Ernte & Loslassen
❄️ Winter für Ruhe & Regeneration

Mabon lädt dich ein, deine ganz persönliche Ernte zu feiern, dankbar zu sein und dich auf den kommenden Rückzug einzustimmen. Ein paar bewusste Atemzüge, eine kleine Yogapraxis oder ein Mini-Ritual machen diesen Übergang so viel kraftvoller und verbinden dich auch tiefer mit deiner inneren Natur.

mabon ritual Erntedank

5 einfache Mabon-Rituale für deinen Alltag

Du brauchst keine große Zeremonie. Die Natur ist dein Tempel. Dein Herz und deine Essenz sind dein Altar.

1. Mini-Erntedank auf deinem Küchentisch
Saisonale Früchte, Kastanien, Blätter oder eine kleine Kürbisschale als Deko. Kerze anzünden, tief durchatmen, laut aussprechen, wofür du dankbar bist.

2. Herbstspaziergang mit Achtsamkeit
Statt Podcast in den Ohren: heute in Stille gehen. Den Geräuschen lauschen, die Blätter anschauen, den Herbst riechen. Pure Naturmeditation.

3. Loslass-Ritual in 5 Minuten
Schreib auf, was du loslassen möchtest: alte Glaubenssätze, Gefühle, die dich runterziehen, Dinge, die dir nicht guttun. Zerreiß den Zettel oder verbrenn ihn symbolisch.

4. Dankbarkeitsjournal + Tee
Mach dir einen herbstlichen Tee, schnapp dir dein Journal und beantworte die Reflexionsfragen weiter unten. Nimm dir bewusst Zeit für dich.

5. Balance finden – auf der Matte
Starte mit ein paar Balance-Posen: Baum, Tänzer, Krieger III. Spüre, wie du nicht nur körperlich, sondern auch innerlich ins Gleichgewicht kommst. Mabon betont das Erdelement, spüre diese Stabilität bewusst.

Du findest eine Auswahl auf meinem YouTube Kanal, wie zB. diesen Erdungsflow:

Reflexionsfragen zum Jahreskreisfest Mabon

Nimm dir einen Moment für diese Fragen – bei einer bewussten Tasse Tee, beim Spaziergang oder in einem eigenen Ritual:

1. Meine persönliche Ernte
Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke – welche Erfahrungen, Menschen oder Momente haben mich am meisten wachsen lassen? Was sind die Früchte, die ich jetzt mit beiden Händen voller Dankbarkeit halten darf?

2. Dankbarkeit spüren
Welche Menschen, Situationen oder inneren Wendepunkte haben mein Herz in den letzten Monaten berührt? Wie fühlt es sich an, wenn ich diese Dankbarkeit wirklich in meinem Körper wahrnehme?

3. Balance finden
Wo in meinem Leben bin ich im Fluss und wo fühlt es sich anstrengend, schwer oder aus der Balance an? Was wäre mein erster kleiner Schritt, um dieses Gleichgewicht zurückzugewinnen?

4. Loslassen & Befreien
Welche alten Geschichten, Glaubenssätze oder Verstrickungen halten mich noch fest? Wenn ich sie jetzt symbolisch in den Herbstwind geben könnte – was würde leichter werden?

5. Meine Intention für den dunklen Zyklus
Was möchte in den kommenden Monaten in mir wachsen? Welche Qualität (zB. Ruhe, Vertrauen, Klarheit) darf mich durch Herbst und Winter begleiten?

6. Erdung & Sicherheit
Wo spüre ich echte Erdung – vielleicht im Körper, in Ritualen oder in Beziehungen? Und wo fehlt sie noch? Was kann ich tun, um mich selbst mehr zu halten und getragen zu fühlen?

mabon ritual reflektieren jahreskreis

Mabon-Tee für deine Journaling-Session

Diese Mischung wärmt, stärkt dein Immunsystem, erdet dich und lädt dich ein, bewusst zu entschleunigen. Perfekt für deine Journaling-Praxis, ein Dankbarkeitsritual oder einfach zum Genießen an einem kühlen Herbstabend.

Rezept: Herbstliche Mabon-Teemischung

Zutaten (für ca. 1 Kanne):

  • 1 TL Hagebuttenschalen (getrocknet, entkernt)- Vitamin-Boost & Stärkung deines Immunsystems
  • 1 TL Apfelstücke (getrocknet oder frisch) – süß, fruchtig & herbstlich
  • ½ TL Zimt (oder Stange) – wärmend & harmonisierend
  • 1 TL Schafgarbe (getrocknet) – fördert Klarheit & Verbindung zur Natur
  • 1 TL Brennnessel (getrocknet) – erdend & mineralstoffreich

Zubereitung:
Alles in eine Kanne geben, mit heißem Wasser übergießen und ca. 8–10 Minuten ziehen lassen. Wenn du frische Zutaten (zB. Apfelstücke) verwendest, kannst du den Tee 1–2 Minuten länger ziehen lassen. Nach Belieben mit Honig oder einem Spritzer Apfelsaft süßen.

Tipp: Wähle intuitiv die Kräuter, die dich ansprechen – deine Mischung darf ganz persönlich sein.

Herbst tagundnachtgleiche mabon erntedank

Von Mabon zu Samhain – die dritte und letzte Ernte

Nach Mabon dreht sich das Rad weiter Richtung Samhain, dem 31. Oktober, dem dritten und letzten Erntefest im Jahreskreis. Während Mabon die Balance und die zweite Ernte feiert, markiert Samhain den endgültigen Übergang: die letzte Ernte ist eingefahren, die Vegetation zieht sich zurück und der Schleier zwischen den Welten gilt in dieser Nacht als besonders dünn. Die Zeit zwischen Mabon und Samhain darf genutzt werden, um das, was zu Mabon losgelassen wurde, wirklich ziehen zu lassen, um sich so auch Stück für Stück auf den Rückzug nach innen vorzubereiten.

Mabon im Alltag leben

Wie du siehst, dreht sich das Jahresrad immer weiter, doch die Balance, die du heute findest, trägst du mit in den Herbst. Die Dankbarkeit, das bewusste Hinschauen, das Würdigen dessen, was gewachsen ist – das darf mit in deinen Alltag. Der Blick auf das, was du dieses Jahr geschafft hast, ohne gleich zum Nächsten zu hetzen. Der Kräuterstrauß oder die Kastanienschale auf dem Küchentisch. Vielleicht probierst du dich an einem Loslass-Ritual, vielleicht gönnst du dir einen bewussten Spaziergang, vielleicht sitzt du einfach mit einer Tasse Tee und deinem Journal. Was auch immer es ist, mach es bewusst. Das ist das Herz deines Rituals.

Ich wünsche dir einen wunderbaren und ausgeglichenen Start in den Herbst, Aho.

Hinweis: Ich arbeite mit dem modernen Jahreskreis aus acht Festen, der im 20. Jahrhundert systematisiert wurde und auf keltischen sowie naturspirituellen Wurzeln basiert. Für mich steht dabei weniger die historische Rekonstruktion im Vordergrund, sondern die zyklische Erfahrung von Natur, Körper und Archetypen.

Deine Reise zu mehr Tiefe, Natur & Selbstverbindung.

8 Feste. 1 Jahr. 9 Rituale. Unendlich viel Verbindung.

Die Natur lebt uns vor, wie Wandel geht: mal laut, mal leise, mal mutig, mal weich. Mit den Jahreskreisfesten holst du genau das in dein Leben zurück und findest Mut, Freiheit und innere Balance.

Das Jahreskreisfest Mabon ist nur eines von acht kraftvollen Festen, die uns durch den Zyklus von Natur, Licht und Dunkelheit führen. Jedes Fest hat seine eigene Magie, seine Themen und Rituale und gemeinsam erzählen sie die Geschichte unseres inneren und äußeren Wandels.

Tauche ein in den Rhythmus der Natur und erlebe die Magie der acht Jahreskreisfeste mit meinem Onlinekurs „Rituale im Jahreskreis“. Hier erweiterst du dein Wissen grundlegend und lernst, wie wie du die Energie der Natur für dein persönliches Wachstum nutzen kannst.

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